Was ist rheumatisches Fieber?

Rheumatisches Fieber ist eine entzündliche Erkrankung, die als Folgeerkrankung einer Streptokokkeninfektion auftreten kann. Meist entwickelt sich das akute rheumatische Fieber einige Wochen nach einer unbehandelten Infektion mit Streptokokken der Gruppe A, typischerweise nach einer Pharyngitis. Die Erkrankung betrifft vor allem Kinder mit rheumatischem Fieber, kann aber auch Erwachsene betreffen. Medizinisch besonders relevant ist die mögliche Herzbeteiligung, da sie zu einer rheumatischen Herzerkrankung führen kann.
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Beim rheumatischen Fieber handelt es sich nicht um eine akute Infektion, sondern um eine Autoimmunreaktion. Das Immunsystem reagiert fehlgeleitet auf zuvor gebildete Antikörper gegen Streptokokken.

Dabei werden körpereigene Strukturen angegriffen, vor allem:

  • Gelenke

  • Herzklappen

  • Haut

  • Nervensystem

Rheumatisches Fieber ist damit klar von anderen rheumatischen Erkrankungen abzugrenzen.

Streptokokkeninfektion als Ursache

Auslöser ist eine Streptokokkeninfektion, meist durch Streptococcus pyogenes. Diese Infektion mit Streptokokken betrifft häufig den Rachen. Erfolgt keine rechtzeitige Behandlung mit einem geeigneten Antibiotikum, kann sich das Risiko deutlich erhöhen.

Ein Rachenabstrich oder der Nachweis spezifischer Antikörper kann die frühere Infektion bestätigen.

Autoimmunreaktion und molekulare Mimikry

Rheumatisches Fieber ist eine Autoimmunreaktion, die durch molekulare Mimikry erklärt wird. Bestimmte Strukturen der Streptokokken ähneln körpereigenem Gewebe.

Das Immunsystem unterscheidet nicht zuverlässig und greift:

  • Gelenkstrukturen

  • Herzgewebe

  • Herzklappen

an. Diese Entzündungsreaktion ist die Grundlage der Erkrankung.

Die Symptome des rheumatischen Fiebers sind vielfältig und können in Schüben auftreten.

Gelenkbeteiligung und wandernde Polyarthritis

Häufig tritt eine wandernde Polyarthritis auf. Dabei entzünden sich vor allem große Gelenke wie Knie oder Sprunggelenke. Typisch sind:

  • starke Gelenkschmerzen

  • Schwellung

  • Bewegungseinschränkung

Diese Form wird auch als poststreptokokkenarthritis beschrieben.

Herzbeteiligung und rheumatische Karditis

Die rheumatische Karditis ist die schwerwiegendste Komplikation. Sie kann verschiedene Strukturen betreffen:

  • Endokarditis (Herzinnenhaut)

  • Myokarditis (Herzmuskel)

  • Herzklappen, häufig die Mitralklappe

Eine Herzentzündung kann dauerhaft sein und zu einer bleibenden Herzerkrankung führen.

Neurologische und kutane Symptome

Weitere mögliche Symptome sind:

  • Chorea minor mit unwillkürlichen Bewegungen

  • Erythema marginatum, ein ringförmiger Hautausschlag

  • Subkutane Knötchen, meist über Knochenvorsprüngen

Diese Symptome gelten als Hauptkriterien der Erkrankung.

Das akute rheumatische Fieber beginnt meist zwei bis vier Wochen nach der Streptokokkeninfektion. Fieber, Entzündung und Organbeteiligung stehen im Vordergrund.

Unbehandelt kann rheumatisches Fieber wiederholt auftreten und zu bleibenden Schäden führen.

Diagnose rheumatisches Fieber

Jones-Kriterien

Die Diagnosestellung erfolgt anhand der Jones-Kriterien. Diese unterteilen sich in:

  • Hauptkriterien

  • Nebenkriterien

Zu den Nebenkriterien zählen Fieber, erhöhte Entzündungswerte und Veränderungen im EKG.

Zusätzlich ist der Nachweis einer vorausgegangenen Streptokokkeninfektion erforderlich.

Behandlung und Therapie

Die Therapie verfolgt mehrere Ziele:

  • Elimination der Streptokokken durch Penicillin oder Penicillin V

  • Entzündungshemmung bei Gelenk- und Herzbeteiligung

  • Vermeidung weiterer Schübe durch Prophylaxe

Das Antibiotikum wird meist über einen längeren Zeitraum verabreicht, insbesondere bei bestehender Herzbeteiligung.

Rheumatisches Fieber bei Kindern tritt häufiger auf als bei Erwachsenen. Besonders in Regionen mit eingeschränktem Zugang zur medizinischen Versorgung ist die Erkrankung verbreitet.

Kinder mit rheumatischem Fieber benötigen eine engmaschige Betreuung, um Spätfolgen zu vermeiden.

Prognose des rheumatischen Fiebers

Die Prognose des rheumatischen Fiebers hängt maßgeblich vom Ausmaß der Herzbeteiligung ab. Ohne Karditis ist die Prognose meist gut.

Bei einer rheumatischen Herzerkrankung können jedoch dauerhafte Schäden an der Herzklappe bestehen bleiben.

Rheumatisches Fieber lässt sich in vielen Fällen verhindern:

  • frühzeitige Behandlung einer Streptokokkeninfektion

  • vollständige Einnahme des Antibiotikums

  • konsequente Nachsorge bei bekannten Risikopersonen

So lassen sich schwere Folgeerkrankungen meist vermeiden.

Fazit

Kann man rheumatisches Fieber verhindern?

Rheumatisches Fieber ist eine ernstzunehmende entzündliche Erkrankung, die aus einer unbehandelten Streptokokkeninfektion entstehen kann. Eine frühzeitige Diagnose, korrekte Therapie und konsequente Prophylaxe sind entscheidend für eine gute Prognose.

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